M1 Bewusstseins- und Komastufen
Title
Der Bewusstseinsgrad wird als Produkt zweier Komponenten modelliert: der thalamokortikalen Aktivierung durch das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem (ARAS) und der Informationsintegrationskapazität des kortikalen Netzwerks (Ausmaß der effektiven Konnektivität W, definiert in E08). Eine hohe Aktivierung ohne ausreichende Integration oder eine hohe Integration ohne ausreichende Aktivierung führt nicht zu vollem Bewusstsein, analog zur klinischen Beschreibung des vegetativen Zustands (Aktivierung vorhanden, Integration fehlt) im Vergleich zum Tiefschlaf (teilweise Integration, geringe Aktivierung). Die Glasgow-Skala (GCS) wird als Sigmoidfunktion des kontinuierlichen Bewusstseinsniveaus modelliert und ist nützlich, um das Modell auf die klinische Praxis abzubilden. Nach einer akuten Verletzung folgt der Bewusstseinsgrad einer Dynamik von Verschlechterung und Erholung, und der globale Gehirnstoffwechsel (Verlängerung von CMRO2 von E11) wird proportional zum Bewusstseinsgrad reduziert, was die physiologische Grundlage für Überwachungstechniken auf der Intensivstation darstellt.
ID:4273
