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A6 Atemprobleme

Thema

Die Atemmechanik folgt einem normalen Muster, das durch eine Reihe von Normparametern definiert ist: den Widerstand der Atemwege gegen den Luftstrom, die Dehnbarkeit der Lunge bei Druckänderungen – ihre Compliance – und die Kraft der Atemmuskulatur. Weicht die tatsächliche Atemmechanik von diesen Normparametern ab, entsteht eine Atemstörung, die drei verschiedene Ursachen haben kann.

Erstens erhöhter Atemwegswiderstand: Bieten die Atemwege einen höheren Widerstand als die Normwerte zulassen, zirkuliert die Luft beim Ausatmen erschwert. Diese Veränderung stellt ein obstruktives Atemmuster dar.

Zweitens verminderte Lungencompliance: Dehnt sich die Lunge bei gleicher Druckänderung weniger stark aus als die Normwerte zulassen, verringert sich das mit jedem Atemzug einströmende Luftvolumen. Diese Veränderung stellt ein restriktives Atemmuster dar. Der dritte Weg ist die Schwäche der Atemmuskulatur: Wenn das Zwerchfell oder die Zwischenrippenmuskeln weniger Kraft erzeugen als im Normbereich, verringert sich das Atemzugvolumen, selbst wenn Atemwege und Lungencompliance normal funktionieren. Der Grund dafür ist, dass die Muskelpumpe den Thorax nicht mehr ausreichend ausdehnen kann.

Das Modell unterscheidet diese drei Wege – erhöhter Atemwegswiderstand, verminderte Lungencompliance und Schwäche der Atemmuskulatur –, da jeder von ihnen die Atemmechanik über einen anderen Mechanismus von ihren Normwerten ablenkt. Es quantifiziert den Schweregrad der Atemstörung anhand der Abweichung jedes betroffenen Parameters von seinem Normwert: Je größer die Abweichung, desto höher der Schweregrad.

Die Quantifizierung des Schweregrads jedes Weges ermöglicht die gezielte Steuerung des Atemtrainings: Eine Strategie zur Reduzierung des Atemwegswiderstands korrigiert nicht die verminderte Lungencompliance und stärkt weder das Zwerchfell noch die Zwischenrippenmuskeln direkt, wenn diese die Ursache der Atemstörung sind.

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