A10 Biomechanisches Ungleichgewicht
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Unter einem biomechanischen Ungleichgewicht versteht man eine chronische Asymmetrie bzw. ein Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Muskelgruppen, Körperseiten oder Bewegungsmustern, die die Lastverteilung im Bewegungsapparat verändert. Zu den häufigsten Ungleichgewichten gehören: bilaterale Kraft- oder Kraftasymmetrie > 1015 % zwischen den Beinen, Ungleichgewicht zwischen Quadrizeps und hinterer Oberschenkelmuskulatur (Q/H-Verhältnis < 0,6 erhöht das Risiko eines Kreuzbandrisses), Hüft- oder Kniedominanz beim Sprungmuster und Asymmetrie der Steifheit des linken und rechten Beins. Durch ein Ungleichgewicht wird die Gelenkbelastung auf die stärkere/steifere Seite umverteilt und dadurch überbeansprucht. Eine GRF-Asymmetrie zwischen den Schritten weist auf ein bilaterales Ungleichgewicht beim Laufen hin. Der Symmetrieindex (SI%) quantifiziert die Asymmetrie. Das Q/H-Ungleichgewicht ist aufgrund seines Zusammenhangs mit dem Risiko einer VKB-Verletzung am meisten untersucht: Der Quadrizeps erzeugt eine vordere Schienbeinkraft, der das VKB widerstehen muss, während die hintere Oberschenkelmuskulatur dieser entgegenwirkt; Ein niedriges Q/H-Verhältnis weist darauf hin, dass die hintere Oberschenkelmuskulatur die ACL-Belastung nicht ausreichend kompensiert.
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