Benützer:

O4 Intersegmentale Koordination

Title

Die intersegmentale Koordination beschreibt das zeitliche und räumliche Muster der Aktivierung und Bewegung von Körpersegmenten zur Maximierung der Leistung. Das Prinzip der proximal-distalen Übertragung besagt, dass die Kraft zuerst in den proximalen Segmenten (groß, langsam) erzeugt und auf die distalen Segmente (klein, schnell) übertragen wird, wodurch eine kinetische Kette entsteht, die die distale Geschwindigkeit verstärkt. Der Bullwhip-Effekt entsteht durch die Abbremsung des proximalen Segments, das seinen Drehimpuls auf das distale Segment überträgt. Jedes Gelenk liefert zum optimalen Zeitpunkt Kraft: Erfolgt die Aktivierung zu früh oder zu spät, wird die Kraft abgebaut oder nicht richtig angesammelt. Das Modell von Putnam (1993) quantifiziert den intersegmentalen Energietransfer mithilfe von Kopplungsleistungstermen. Die perfekte Synchronisation (Timing) der gemeinsamen Leistungsspitzen unterscheidet den Spitzensportler vom Amateur. Die neuronale Steuerung passt das Timing durch langfristiges motorisches Lernen millisekundengenau an.

ID:1534

gphysics.net - Dr. Willy H. Gerber
Palos Verdes, Costa de Corral, Chile